Erdbebenhilfe 2016 - bis heute

Erdbeben am 16.04.2016.

Aus unserer Gemeinde schrieb Pfrin. i.R. Stephanie Hinger am 18.04.2016:

Für viele Menschen, die ein solches Erdbeben noch nie erlebt hatten, war dies ein nachhaltig wirkendes Ereignis. Es war nach unserem Gottesdienst mit Taufe beim Kirchcafé, zu dem auch Menschen aus Deutschland auf Besuch hier waren, Gesprächsthema Nummer 1.

Durch die Berichterstattung der öffentlichen Medien und über die sozialen Netzwerke sind Sie sicher sehr gut informiert.

Es ist beeindruckend zu sehen und zu erleben, wie groß die Hilfsbereitschaft seitens der Bevölkerung, der Kirchen, der staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen, auch anderer südamerikanischer Länder ist. Die weltweite Aufmerksamkeit ist erfreulich. Schon gestern standen vor den Supermärkten Container und in den Parks Anlaufstellen für die Spenden zur Verfügung. Der Flughafen Quito wurde zur Drehscheibe der Hilfstransporte an die Küste. Auch Hilfstransporte auf der Straße werden organisiert.

Auch die deutsche Schule Colegio Alemán ist aktiv mit dabei, Hilfe zu organisieren und zu leisten.

Die Deutsche Botschaft Quito steht in einem Aufruf in ihrer Homepage jederzeit für Hilfe zur Verfügung.

Unsere deutschsprachige Evangelische Gemeinde Quito mit ihrer Filialgemeinde in Guayaquil organisiert Hilfe auf verschiedenen Wegen. Wir helfen in Form von direkten Einkäufen für die Erdbebengebiete, der Weiterleitung von Geldern an kleine Organisationen (u.a. Mingai, s. untenstehenden Bericht), die ebenfalls Direkthilfe leisten, oder indem wir uns selbst langfristig um sozialräumliche Projekte kümmern. Sie können uns finanziell mit Ihrer Spende auf eines der folgenden Konten unterstützen... (s.o.).

Berichte aus 1. Hand

Liska, eine Freiwillige, berichtet tief bewegt von der Küste

20. April 2016

Nach dem anstrengenden Ferienprogramm beschloss ich, mit ein paar anderen Freiwilligen nach Canoa an den Strand zu fahren. Wir hatten zwei richtig schöne, entspannte Tage, waren viel schwimmen, ein bisschen surfen, ich hatte die Gitarre dabei und wir haben ein Lagerfeuer gemacht, danach sind wir noch ein bisschen durchs Dorf gezogen…

Am Abend des zweiten Tages, die Sonne ist soeben untergegangen, wollen wir gerade vom Strand zurück zu unserem Hostal laufen, da fängt es an, ohrenbetäubend zu krachen, die Erde bebt, der Sand reißt auf, alle fallen hin und beginnen, zu schreien.

Ich bin absolut fasziniert. Es ist das erste Erdbeben, das ich erlebe. Keine Ahnung, ob es stark ist. Da mir am Strand nichts auf den Kopf fallen kann, bleibe ich einfach sitzen und staune. Es dauert ganz schön lang. Erst als ich die Panik der anderen Leute bemerke, wird mir klar, dass das gerade alles andere als ein harmloses Naturschauspiel war.

Unsere Gruppe ist komplett und wir folgen den anderen Leuten die Hauptstraße durchs Dorf entlang. Es scheint keinen Notfallplan zu geben, zumindest bemerke ich nichts davon. Nirgends Leute, die Informationen haben.

Ich möchte mich so weit wie möglich vom Strand entfernen; Einem Tsunami wären wir so nah am Wasser schutzlos ausgeliefert. Während wir an zusammengestürzten Häusern, herabhängenden Stromkabeln und offenen Wasserleitungen vorbeilaufen, was ich gar nicht richtig realisiere, beschließen vier der anderen Freiwilligen, wieder zurückzugehen und die Sachen aus dem Hostal zu holen. Ich bin nicht so lebensmüde, um bei Tsunamigefahr in ein einsturzgefährdetes Haus zurückzukehren und setze meinen Weg mit den drei Verbliebenen fort. Die Richtung ist klar: weg vom Meer.

Ein Pick-Up nimmt uns ein Stück mit, überall Menschen, die wie wir flüchten. Ich ziehe einen Radfahrer an einem Seil hinterher, neben uns quetscht sich eine Familie auf die Ladefläche. Die Leute sind verzweifelt, haben zwei Kinder im Getümmel verloren, weinen. Als wir versuchen, sie zu beruhigen, beschließen sie, zu singen. Von der Liebe Gottes zu den Menschen. Welche Ironie.

Ab einer halb eingefallenen Brücke geht es zu Fuß weiter, bis der Weg nach zwei Stunden Fußmarsch endgültig unpassierbar wird. Hier fühlen wir uns sicher. Die Menschen sind nett und versuchen, zu helfen, man merkt aber, dass hier sich jeder selbst der Nächste ist. Von den Bewohnern der zwei Häuser, wo wir gestrandet sind, bekommen wir eine Decke und Wasser. Ich habe den Wert von Gastfreundschaft selten so deutlich erkannt.

Die Meisten werden unter dem Vordach des hinteren Hauses untergebracht, ein Matratzenlager wurde improvisiert. Wände gibt es nicht mehr allzu viele in dem Haus. Wir

schlagen das Angebot aus, zu gefährlich, und setzen uns auf eine schmale Bank vor einer Hütte oder legen uns irgendwo in den Garten. Es ist kalt und manchmal regnet es und wir haben immer noch unsere nassen Badesachen an. Neben uns steht ein großes Dach auf Stelzen, unter das wir uns sehr gerne setzen würden, aber wir trauen uns nicht. Ein paar Stunden später stürzt es neben uns ein. Wir harren aus und freuen uns unglaublich, als zwei oder drei Nachbeben später der Morgen dämmert. Wir laufen zurück nach Canoa, barfuß, Schuhe hatten wir am vorigen Tag leider nicht mit an den Strand genommen.

Erst bei Tageslicht sieht man das Ausmaß des Bebens. Wir sind betroffen und gleichzeitig ist das alles so unwirklich.

Wir teilen uns auf. Zu zweit helfen wir im Hostal mit, Essen, Trinken und Kerzen zu beschaffen, eine sucht die anderen Vier, einer geht ins Dorf und versucht, den Leuten so gut es geht zu helfen, ihren Besitz aus den Häusern zu schaffen. Ich begleite ihn später ein paar Minuten. Als ich einen Mann am Straßenrand frage, ob ich ihm helfen kann, meint er: „Da hinten liegen mein Enkel und meine Tochter in den Trümmern.“ Ich schlucke. Ich traue mich nicht, Tote zu bergen und schäme mich in Grund und Boden, als ich nur frage, ob er genug Wasser und Essen hat.

Als wir wieder alle beisammen sind, beschließen wir, diesen Ort zu verlassen. Alles, was momentan gemacht wird, ist Tote bergen und Sachen aus halb eingestürzten Häusern holen. Wir alle hassen uns dafür, auf den nächsten Pick-Up zu springen, der uns mitnimmt. Er fährt uns zur Ökofinca Río Muchacho, bei der wir unterkommen. Die Leute dort sind sehr nett und teilen ihr ohnehin knappes Essen mit uns.

Am Tag darauf beschließen wir, nach Canoa zurückzukehren und zu helfen, bei was auch immer. Zwei bleiben auf der Finca, damit wir uns auch durch Mitarbeit erkenntlich zeigen können.

In Canoa ist das Militär angekommen. Wir gehen zu ihnen und fragen, was wir tun können. Sie laden uns in ihr Auto und fahren mit uns spazieren. Ich bin entsetzt, dass auch sie keine Ahnung haben, was zu tun ist. Einer meint: „In anderen Ländern haben sie Geräte, mit denen man die Trümmer hochheben und darunter weitersuchen kann. Mit unseren Kränen erdrücken wir die letzten Überlebenden.“

Die Freiwilligen, die sich beim Erdbeben von uns getrennt hatten, wissen, wohin viele Menschen geflohen sind. Wir laufen zum besagten Ort, einem Hügel in der Nähe des Dorfes und treffen auf etwa hundert hungrige und vor allem durstige Menschen. Wir haben zehn Liter Wasser, die wir verteilen können. Lächerlich. Außerdem peinlich, den Menschen durch unser Kommen Hoffnung zu machen, um ihnen dann doch nicht helfen zu können. Wir ändern den Plan und zählen lieber die Flüchtlinge und die Verletzten. Wieder im Dorf, treffen wir auf ein paar Jungs aus Quito, die auf eigene Faust gekommen sind und zwei mit Sachspenden vollgepackte Autos mit einem Rot-Kreuz-Aufkleber auf der Motorhaube über die gesperrten Straßen geschmuggelt haben. Wir geben unsere Informationen weiter und helfen, die Sachen zu verteilen. So können wir doch noch etwas Sinnvolles tun. Danach kommen ein paar Helikopter. Wir machen Menschenketten und laden aus. Die paar Dutzend Wasserflaschen sind lächerlich im Vergleich zu den Mengen, die die Jungs aus Quito in die Autos bekommen haben. Ein paar kleinere Aktionen später fahren wir dennoch einigermaßen erleichtert zurück zu unserer Finca. Wir konnten ein kleines bisschen helfen und die ersten Ärzte sind eingetroffen. Die Nacht verbringen wir aufgrund einer Erdbebenwarnung wieder im Freien, es passiert aber nichts.

Am nächsten Tag verabschieden wir uns von den netten Leuten, die uns aufgenommen haben. Wir möchten ihre Gastfreundschaft und ihren Essensvorrat nicht länger belasten. In Canoa sehen wir, dass wir nur noch im Weg stehen. Feuerwehr, Militär, Polizei und Ärzte sind aus allen Ecken Ecuadors und dem Ausland aufgetaucht. Wir sind erleichtert, dass endlich etwas passiert. Gleichzeitig sind auch die Straßen wieder frei. Wir beschließen, zu gehen. Ein Auto nimmt uns mit nach San Vicente, ein anderes nach Chone. Das Trampen ist einfach, obwohl wir zu acht sind. Zwei Busse bringen uns anschließend nach Quito.

Das war gestern. Heute bin ich nach Intag zurückgekehrt. Es ist schön, alle wiederzusehen und beruhigend, die vielen besorgten Nachrichten zu beantworten. Trotzdem ist es noch lange nicht vorbei.

Nicht für die Menschen an der Küste, die nicht nur mit zerstörten Häusern zu kämpfen haben, sondern auch mit dem Verlust von so vielen Familienmitgliedern und Freunden (bis jetzt sind es offiziell glaub ich knapp 600 Tote).

Aber auch nicht für uns Touristen, die wir für ein paar Tage live dabei waren. Morgen soll ich zurück nach Quito zum Psychologen (ich will eigentlich nicht, weil es mir nicht schlecht geht) und zum Arzt (dito). Interessant ist aber, dass wir vielleicht eine Chance bekommen, den Leuten in Canoa wirklich zu helfen. Durch Häuserbau. Aber davon erzähle ich, wenn ich mehr weiß.

Ich hoffe, die Aktion ist erfolgreich!

Liebe Grüße, Liska

MINGAI - wir haben sie mit 1.000 US-Dollar Soforthilfe unterstützt

Quito, 23. April 2016

Erste Eindrücke der medizinischen Brigade der Stadt Quito und MINGAI

Felipe Jacome, Direktor der Stiftung MINGAI, stellte zusammen mit einer Koordinatorin der Stadt Quito am 17. April sein Team aus 13 Sanitätern und 2 Medizinern zusammen, packte was an Medizin und Verbandsmaterial an Lager war, und wurde am 18. April zusammen mit einem grösseren Team nach Manta geflogen, wo sie in den sozialen Einrichtungen der Stadt provisorische Unterkunft fanden. Manta ist eine über 200’000 Einwohner zählende Hafenstadt, die von dem Erdbeben sehr schwer verwüstet wurde, ganze Stadtteile sind dem Erdboden gleich.

Vom Hauptquartier aus wurden kleinere Einheiten in die verschiedenen Stadtteile geschickt. Auf der Strasse wurden provisorisch Stühle und Tische aufgestellt, wo die Patienten ambulant behandelt werden konnten. Teils wurden verlassene Schulhäuser zur Verfügung gestellt.

Aus Angst vor Plünderungen, schlafen viele Menschen auf der Strasse vor ihrem eingestürzten Häusern, in der Hoffnung, später noch einige Habseligkeiten aus dem Schutt Bergen zu können. Andere Menschen weigern sich, ihr zusammenstürzendes Haus zu verlassen. So begeben sie sich in weitere Gefahr, da die Gegend während der ganzen Woche von heftigen Nachbeben heimgesucht wurde. Und ausserdem suchen sie trotz teils schwerwiegender Verletzungen kein Spital auf.

Was Felipe am meisten zu schaffen machte, war das Gefühl der Machtlosigkeit in solch einem Ausmass des Leidens. Jeden Tag passierten sie auf dem Weg zum Einsatzgebiet verfallene Häuser, wo immer noch verschüttete Menschen waren, teilweise standen Angehörige hilflos davor, an manchen Stellen waren die Rettungstrupps mit Hunden im Einsatz und es Bestand noch ein wenig Hoffnung, Menschen lebend zu Bergen. Mit jedem Tag der verstrich, wurde der Verwesungsgeruch stärker und die Hoffnung sank. (Mittlerweile sind es etwa 800 Tote. In Manta ist ein grosser Landen zusammengebrochen, wo gerade zu der Zeit viele Eltern mit den Kindern Einkäufe für den bevorstehenden Schulanfang machten, wieviele Menschen dort begraben sind, weiss man noch nicht. )

Es fehlt an genügend psychologischer Betreuung der Betroffenen, die in ihrer Trauer, Verzweiflung und Zukunftsangst alleingelassen werden. Hier gibt es keine privaten Gebäudeversicherungen. Meistens wird mit dem Zusammengesparten Stück für Stück ein Haus gebaut, immer halbfertig stehen gelassen, bis wieder Geld für den Weiterbau da ist. Das heisst, die Menschen haben wirklich alles verloren und ein Wiederaufbau wird fast unmöglich sein.

Das heisst, neben Patienten mit medizinischen Problemen muss Felipe’s Team auch etwas psychologische Betreuung machen und versuchen, die verzweifelten Menschen an die geeigneten Stellen weiterzuleiten. (Bilder unten: Ab und zu muss auch ein Vierbeiner behandelt werden, und eine Pause muss auch mal sein. Felipe mit Koordinadorin der Stadt Quito)

In den ersten Tagen hat das Team von Felipe hauptsächlich Traumapatienten behandelt, Wunden, Prellungen, ausgerenkte Gelenke, Brüche, aber zum Beispiel auch schwere Kopfverletzungen, die eigentlich Tomografie benötigen würden. Aber was auf uns zukommt sind die Probleme aufgrund mangelnder Hygiene und fehlenden Trinkwassers.

Es gibt kein Wasser, um die Wunden zu reinigen, Infektionen breiten sich aus. Gastrointestinale Probleme werden zunehmen, gegen Ende der Woche gab es schon einige Cholerafälle. Dengue, Malaria und andere von Mosquito übertragene Krankheiten werden sich rasant vermehren. Es ist sehr heiss, vor allem Kinder leiden an Dehydratation und fehlender Nahrung.

Die Leute stehen vom Morgengrauen an stundenlang Schlange, um ihre Ration an Wasser und Essen zu bekommen, und das in brütender Hitze. Es fehlt an Babynahrung, Windeln etc.

Ein Grossteil der Bevölkerung leidet an chronischen Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes, und hat nun keinen Zugang zu ihren Medikamenten mehr, die Folgeprobleme werden bald auftauchen. (Die Medizinschränke der Staatlichen Gesundheitszentren sind leer).

Leider haben viele Ecuatorianier (zu Recht) das Vertrauen in ihre Regierung verloren. Die jetztige Regierung hatte einen Fonds für Notfälle aufgelöst, da das ja ”unsinnig” sei, und hatte überhaupt kein Budget, um zu handeln (am Montag wurde notfallmässig wieder Kredit aufgenommen). Ecuador ist total verschuldet und es wird vielen privaten Einsatz brauchen, um das Land wieder aufzubauen. Die Medien sind zensuriert, der Präsident sagt, alle Menschen hätten Zugang zu Wasser und Nahrungsmitteln, aber die Einsatzkräfte vor Ort sprechen von Chaos und Mangel überall. (Unsere zweite Brigade war nun eine Woche nach dem Beben in einem Küstendorf San Jacinto, und sie waren die Ersten, es war noch keine Hilfe vorher dort eingetroffen!) Spenden werden von der Regierung abgefangen und gehortet, an der Verteilung scheitert es. Die meiste Hilfe kam bisher von den internationalen Suchtrupps und durch Initative privater Organisationen, die Nahrungsmittel verteilen, Gassenküchen aufstellen etc.

Dank Eurer Spende kann MINGAI einigen Menschen in Not direkt helfen! Wir sind eine kleine Stiftung, kein Geld wird in aufwendige Administration verwendet, sondern wir kaufen damit die notwendigen Medikamente und Utensilien, und bringen sie direkt mit medizinischer Betreuung aufs Land. Die Volontäre spenden ihre Zeit, wir kommen für die Verpflegung und Transportkosten auf. Die Menschen werden für viele Monate auf Hilfe angewiesen sein.

Unsere Ziele:

• Kurzfristig sind wir mit mobilen medizinischen Brigaden unterwegs und behandeln vorallem die akut auftretenden Probleme (Trauma, Infektionen, Gastrointestinal, Dengue etc)

• Langfristig besuchen wir abgelegene Dörfer, helfen vor allem bei chronischen Gesundheitsproblemen (Diabetes, Herzkreislaufbeschwerden, Bluthochdruck) und konzentrien uns auf Aufklärung und Prevention (Hygiene, Ernährung etc)

• In den Dörfern sollen sogenannte Promotores de Salud, oder Gesundheitsverantwortliche, in Erster Hilfe ausgebildet werden, die dann in Notfällen die ersten Ansprechspartner der Dorfgemeinschaft sind

Dank euren Beiträgen ist die zweite medizinische Brigade bereits unterwegs!

Ganz herzlichen Dank!

Angelika von Foerster und Felipe Jacome

 

Zweite Brigade MINGAI

Felipe ist Freitag abend zurückgekommen, tief betroffen. Bei seinen Erzählungen treten ihm immer wieder Tränen in die Augen, die Bilder kommen wieder zurück.

Mario Ochoa, der zuständig Arzt, gab dem zweiten Team ein gutes Briefing: zwei wichtige Punkte waren Stressmanagment/psychologische Bewältigung sowie Sicherheit. (Hilfstransporte wurden schon von verzweifelten Menschen überfallen).

Die Kisten wurden gepackt, und Freitag , 22.4. um 4 Uhr nachmittags gings los. Erstes Camp in Portoviejo, einer Stadt im Innland, deren Zentrum zerstört wurde. Am nächsten Tag ging’s weiter nach San Jacinto, am Meer, wo bisher noch keine einzige Hilfe vorbeigekommen war. Gerufen wurde die Gruppe aber dann wieder nach Manta, wo es anscheinend immer noch an allem mangelt (trotz gegenteiliger Behauptung der Regierung).

 

Unsere Gemeinde hilft

Fassungslosigkeit

Lena-Sophie (Studentin) berichtet

Am Sonntag, dem 05. Juni starteten Stephanie, Otfried und ich in Richtung Küstenprovinz Esmeraldas, genauer gesagt, dem Dorf San José de Chamanga, welches ca. 25-30 km (Luftlinie) nördlich von Pedernales gelegen ist und daher stark vom Erdbeben geschädigt ist. Unser Hauptziel war es, uns dort mit zwei Familien zu treffen, die ihr gesamtes Hab und Gut durch die schweren Erdstöße verloren haben und welchen eine großzügige Spende in Form von jeweils einem (provisorischen) Haus aus Bambus zu Gute kommen würde, sowie ebenfalls mit dem Verantwortlichen, beziehungsweise dem Auftraggeber dieser Aktion, Antonio Bermeo.

Über den Ort San José de Chamanga

Die kleine Stadt San José de Chamanga im Kanton Muisne, im Süden der Provinz Esmeraldas, ist Heimat von etwa 5000-6000 Personen, die hauptsächlich von der Fischerei und der Landwirtschaft leben. Wie in der gesamten Region, ist das Klima tropisch (warm und feucht) und die Siedlung grenzt direkt an eine Erstreckung des Pazifischen Ozeans ins Landesinnere an. Der Entwicklungsstand der Gemeinde ist selbst für ecuadorianische Verhältnisse erschreckend niedrig: es gibt keinen Anschluss an fließendes Wasser, die Straßen innerhalb der Ortschaft sind kaum oder sehr schlecht asphaltiert, die Häuser ärmlichst zusammengebaut, es gibt keinen Supermarkt oder gar ein Krankenhaus. Die Bewohner sind also mehr oder weniger schon immer auf sich allein gestellt und versorgen sich untereinander unabhängig vom nationalen Geschehen. Der Kern der Ortschaft liegt direkt an der Küste, welche teilweise mit Sand oder Zement aufgeschüttet wurde, auf dem unzählige Häuser gebaut wurden. Der Tourismus ist in diese Kleinstadt noch überhaupt nicht gelangt.

Das Hilfsprojekt: Häuser aus Bambusstangen

Die Personen, deren Häuser komplett oder größtenteils vom Erdbeben zerstört wurden, leben zurzeit in sogenannten “Campamentos”, nichts anderes als Zeltstädten, die meistens über eine Gemeinschaftsküche und wenige sanitäre Anlagen verfügen, auf engstem Raum mit vielen anderen Personen. Jene Zeltstädte sind nicht nur in ihren Kapazitäten längst überschritten, sodass die Menschen auf engstem Raum zusammengepfercht leben, sondern bieten auch keinerlei Privatsphäre und sind, und das ist eigentlich der wichtigste Punkt, medizinisch gesehen äußerst bedenklich: Jeder, der schon mal im Sommer auf einem Campingplatz übernachtet hat, kennt die Erfahrung, dass man sein Zelt spätestens um 8 Uhr morgens verlässt, da man es in der sengenden Hitze nicht mehr aushält. Außerdem bieten große Menschenmengen bei mangelnder Hygiene beste Voraussetzungen für die Verbreitung von Bakterien oder Infektionen. Im Falle von offenen Wunden beschleunigen die Hitze und Schwüle bei fehlender Ventilation mögliche Entzündungen. Kurz gesagt: Die Unterbringung viel zu vieler Menschen auf viel zu wenig Platz unter den oben genannten Bedingungen ist selbst als “Übergangslösung” fragwürdig und in keiner Weise eine geeignete Lebensbedingung für die vom Erdbeben Geschädigten.

 

 

Aus diesem Grund begann Antonio Bermeo aus Junín (Manabí) das Projekt, provisorische Häuser zu bauen, deren Gerüst aus Bambusstangen konstruiert wird; das halbrunde Dach wird gefertigt aus einer speziellen Plastik-“Plane”, welche von oben weiß und von unten schwarz ist, um die Wärme nach Möglichkeit abzuleiten; rundherum wird ein Jute-ähnlicher Stoff gebunden, welcher blickdicht ist und dennoch luftdurchlässig, um gleichzeitig Privatsphäre und Ventilation der Bewohner zu sichern. Diese Häuser sind sehr, sehr einfach gehalten und sind dennoch von großem Wert für die Begünstigten, da sie den beschriebenen Umständen in den Zeltunterkünften ein Stück weit entkommen können. Eine solche Hütte kostet – fertig und aufgebaut - $500, und kann – bzw. sollte – von den Bewohnern nach Belieben ausgebaut werden.

16.02.2017: Allerdings sind auch diese guten Zeltplanen Wind und Wetter, Hitze, Kälte, Regen, ausgesetzt, das Zeltdach ist gerissen.

08.03.2017: Anruf von Alejandro: das Zelt ist dank der Spende mit Holz ummantelt, die Familie ist glücklich und dankbar. - Wir geben den Dank weiter!

Eines unserer gespendeten Häuser wird gebaut werden für die Familie von Alejandro, der uns auf unglaublich freundliche Art und Weise durch den gesamten Ort führte und uns zu allem und jedem Auskunft geben konnte. Sein Schwager erlitt in dem Erdbeben einen komplizierten Oberschenkelbruch am linken Bein, welches seitdem durch eine äußerliche Schrauben-Konstruktion fixiert wird. Seine Familie lebte vorher mit der gesamten Großfamilie gemeinsam in einem Haus direkt am Wasserufer, und verlor ihren gesamten Besitz. Der Gesundheitszustand des Jungen ist durchaus kritisch, und die Ärzte raten außerdem, das Bein gut zu “lüften”, um Wundinfektionen zu verhindern, welche im schlimmsten Fall – sollten sie bis an die Knochen vordringen, in denen die Schrauben stecken – dazu führen könnten, dass das Bein amputiert werden müsse. Des Weiteren hat die Großmutter väterlicherseits des Jungen während des Bebens eine schwere Kopfverletzung erlitten, die mit 20 Stichen genäht werden musste. Ein Verwandter der Familie besitzt ein Grundstück direkt hinter der Zeltsiedlung, in der sie zurzeit wohnen, auf dem das Haus gebaut werden wird.

 

 

Ihr blieb nur der Schutt ihres Hauses

Das andere Haus bekommt Gabriele Mendoza und ihre Familie; eine alleinerziehende Mutter eines Zehnjährigen, deren Haus ebenfalls unten an der Küste stand und von dem nur noch Trümmer übrig geblieben sind. Ihre Eltern, sowie ihre Schwestern stehen ebenfalls vor dem Nichts und leben zurzeit im zentralen Campamento, in welchem ihnen allerdings das Zelt und die Matratzen nur für einen maximalen Zeitraum von sechs Monaten “geliehen” bzw. zur Verfügung gestellt werden.

Wir sind glücklich, ihr und ihrer Familie ein Haus aus den Spendengeldern bezahlt haben zu können!

Des Weiteren ist Antonio auch mit Sachspenden sehr aktiv und verteilt regelmäßig selbst zusammengestellte Spenden-Kits an Familien, die diese dringend benötigen, da sie entweder noch in ihrem Haus leben, aber natürlich keinerlei Möglichkeit haben, zu arbeiten oder einzukaufen, oder aber in Zeltunterkünften von privaten Organisationen leben und daher von den landesweiten zentralisierten Spenden NICHTS abbekommen.

 

 

Des Weiteren ist Antonio auch mit Sachspenden sehr aktiv und verteilt regelmäßig selbst zusammengestellte Spenden-Kits an Familien, die diese dringend benötigen, da sie entweder noch in ihrem Haus leben, aber natürlich keinerlei Möglichkeit haben, zu arbeiten oder einzukaufen, oder aber in Zeltunterkünften von privaten Organisationen leben und daher von den landesweiten zentralisierten Spenden NICHTS abbekommen.

 

 

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Hoffnung und Freude

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Neugier und Freude - auch in der neuen Zeltschule

Unsere Eindrücke aus Chamanga

Es ist schwierig, das Erlebte, Gesehene und Gehörte in Worte zu fassen; zumindest nicht, wenn wir alle bis Weihnachten noch etwas vorhaben. In erster Linie, weil jeder Satz beginnend mit “Die Leute sind…“ oder “Die Leute denken…“ sofort inkorrekt wäre. Es sind nicht “die Leute”, denen die Naturkatastrophe widerfahren ist; viel weniger sind es “die Leute”, die sich nun in einer bestimmten Situation wiederfinden; sondern es sind Personen, deren Leben auf ganz eigene Art und Weise geprägt oder verändert wurde. Ja, es sind Einzelschicksale, denen wir mit den Bambushäusern “nur” helfen können. Aber es sind nunmal die Einzelschicksale, die ein Volk formen, auf die man nicht mit allgemeinen Massnahmen reagieren kann, wenn man wirklich den Menschen helfen möchte. Daher haben wir uns vor allem bemüht, auf die Menschen zuzugehen. Uns mit ihnen zu unterhalten, ihre Geschichten zu hören, ihnen Mut zuzusprechen, Zeit mit ihnen zu verbringen.

Trauer, Hoffnung, Wut, Optimismus, Enttäuschung, Vertrauen, Hilfsbereitschaft, Dankbarkeit, Verzweiflung, Glaube, Angst – allen diesen Gefühlen sind wir begegnet.

Der Großteil des Ortes, welcher sich unten direkt an der Küste befindet, ist komplett zerstört. Von den Häusern blieben nur noch Trümmer übrig, Stege sind in sich zusammengebrochen, es ist ein einziges Trauerspiel. Tausende Menschen wurden von einem Moment zum nächsten obdachlos.

Gerade als wir auf dem Steg standen, gab es wieder ein kleines Nachbeben – in dem Schlamm, auf dem gebaut wurde, wackelt alles umso mehr. Und das jeden Tag.

Wehe,  der Steg wäre eingebrochen - Wir sind dankbar, nicht im Schlamm versunken zu sein (Anmerkung von Otfried Hinger)

 

 

Die aktuellsten Newsletter an Freunde, Bekannte, Interessierte, SpenderInnen für die Erdbebenhilfe bis Oktober 2016

Newsletter 10 - Besuch im Schulzentrum in Cabo San Francisco und im Ort Chamanga

Sehr verehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde der Erdbebenhilfe 2016 in Ecuador!

Tief bewegt sind wir am 13.10.2016 von unserem erneuten Besuch in Cabo San Francisco und Chamanga zurückgekehrt. Es tut sich manches, manche Trauer ist noch spürbar, aber auch wieder Hoffnung und Zuversicht bei den Erwachsenen, vereinzelt entsteht wieder Arbeit, auch für Frauen, die unermüdlich Kochen und die Mahlzeiten zum Verkauf anbieten, Freude und Neugier bei den Kindern, ein halbes Jahr nach dem verheerenden Erdbeben.

Im Schulzentrum in Cabo San Francisco konnten wir sehen, dass der Bau der Toilettenanlage weitgehend abgeschlossen ist, in Chamanga geht es dem Jungen, der am Oberschenkel schwer verletzt war, deutlich besser, er geht jetzt an Krücken, aber noch nicht zur Schule, das ist einfach zu riskant. Am darauffolgenden Tag unseres Besuches musste er wieder in die Klinik nach Esmeraldas, um sein Bein bildlich darzustellen. Aber, es kostet eben Geld - doch der Schwager hat Arbeit, er fährt jetzt mit einem 3-rädrigen Moto Taxi. Erneut begleitete er uns zu seiner Familie und dem Jungen. - Inzwischen kennen die Leute unser Auto, in Chamanga sind wir unangemeldet angekommen - und wurden gefunden, bevor wir uns dies denken konnten.

Nach San Francisco brachten wir dieses Mal Kochtöpfe, Küchenutensilien, aber insbesondere Holzspiele mit, mit denen die Kinder im Schulzentrum spielen können. Ein paar Lehrer haben wir in die Spiele eingeführt. Dieses Holzspielzeug wurde von Kindern und einer Lehrerin der deutschen Schule in Quito in guter Qualität hergestellt und zur Aufbewahrung in passende Filztaschen verpackt! Ein ganz tolles Geschenk!

Die Freude war groß, dass wir in San Francisco im Hotel Italiano übernachteten. Auch so entsteht Arbeit vor Ort. Am Spätnachmittag waren wir noch zu Fuß im Ort und am Meer unterwegs, Malte machte Fotos, im Hotel gab es guten Fisch zu Abend, wir frühstückten dort, und waren beim Schuldirektor in seinem noch zur Hälfte stehenden Haus - die andere Hälfte hat das Meer und die Baufälligkeit nach dem Erdbeben abgerissen - noch zu Besuch und führten mit allen sehr interessante und wichtige Gespräche.

Noch viele Menschen wohnen in San Francisco in Zelten, provisorisch, eng, Hab und Gut sind verloren. Und trotzdem wurden wir am Abend sehr freundlich empfangen, wurde uns alles gezeigt. Am nächsten Morgen waren wir nochmals kurz dort um uns zu verabschieden. Ein paar Kinder saßen beim Hausaufgaben machen..., auch Malte, ein Voluntär beim Radio Andenstimme, der uns begleitete und den Sie auch im Interview hören und dann noch mehr erfahren können.

Den Leuten wurden von der ecuadorianischen Regierung Häuser zugesagt, in einfacher Bauweise, die wir unterwegs gesehen haben - warten wir es ab, wann sie in Chamanga weiter gebaut und in San Francisco begonnen werden zu bauen.

Wie Sie wissen, benötigt die Schule in San Francisco, auch auf Grund der dortigen Armut, noch dringend einen Küchenbau mit einem Speisesaal für die Kinder. Die 03-12 jährigen Kinder erhalten am Vormittag eine kleine Zwischenmahlzeit (zwischen was eigentlich?, vielleicht eher eine 1. Mahlzeit) und ein warmes Mittagessen. Dazu bringen sie ihre Schalen von zu Hause mit, ebenso das (Plastik-)Besteck. Wir haben ihnen jetzt noch Löffel gekauft. Oft sind es ihre einzigen Mahlzeiten am Tag.

Momentan ist es so, dass 2 Schulräume, die aufgrund der eingefügten Grundschule dringend wieder benötigt werden, obwohl bereits 2 große Schulräume von der Regierung gebaut wurden, als Küchen- und Speiseraum dienen. Gekocht wird für ca. 450 Kinder. 6 Mütter bereiten morgens ab 6 Uhr die Mahlzeiten zu (mit jetzt 3 großen Töpfen, 2 großen Pfannen und 1 großen Kocher mehr), sie bringen dazu alle notwendigen Küchenutensilien mit.

Die Kühltruhe soll es ermöglichen, Fleisch und Fisch auf Vorrat kaufen zu können, wenn es günstig ist, oder wenn mal jemand etwas spenden möchte, oder der Fischfang gut war.

Wir hoffen sehr, dass wir mit Ihrer Hilfe die zum Neubau der Küche und des Speiseraumes fehlenden ca. 10.000 Dollar noch zusammen bekommen werden. Sie können ganz sicher sein, dass nur das Notwendigste gemacht wird, es entsteht kein Luxus!

In Chamanga haben wir die Hilfe insoweit vorläufig abgeschlossen, als dort nun von Studenten und Professoren aus Guayaquil mit dem Häuserneubau begonnen wird (s.Anhang). Dies ist dringend notwendig, damit die Menschen aus der Zeltstadt herauskommen, denn der Staub ist nichts Gesundes für die Lunge. Trotzdem war es sehr hilfreich, nach dem Beben Familien mit Hauszelten, mit Lebensnotwendigem und den Pfarrer der Pfingstgemeinde persönlich, ideel und mit Notwendigem zu unterstützen, um Menschen eine Heimat bieten zu können. Von der Kirche steht ja noch die Hälfte, sodass sich Menschen dort treffen können. - Auch hier wurden auf dem bisherigen Schulgelände in der auf unseren ersten Fotos gezeigten Bauweise Klassenräume erstellt, einfache, aber sicher effektive Gebäude. - Unsere Beziehung zu den Menschen im Ort bleibt dennoch bestehen.

Gerade in diesen Tagen hatten wir die nur alle 20 Jahre stattfindende UN-Konferenz Habitat 3 in Quito, Sie haben die Berichte darüber sicher in den Medien verfolgt, wir haben uns verschiedene Ausstellungen angeschaut. Vollkommen unglaublich, wie unterschiedlich Menschen, gerade auch städtisch, auf unserer Erde leben - wir haben einen Teil davon erneut erlebt. Auch deshalb lohnt es sich unbedingt, mit dazu beizutragen, den Menschen in Orten wie Chamanga und Cabo San Francisco wieder eine Zukunftsperspektive zu geben!

Kommende Woche wird Otfried Hinger erneut, dieses Mal zusammen mit Katrin Kübber vom Café Zuhause in Quito an die Küste fahren. Katrin hat angeboten, im Schulzentrum in Cabo San Francisco an zwei Vormittagen zusammen mit den Frauen zu kochen, vielleicht auch zusammen mit den Frauen in der Zeltstadt, mit den Kindern Zeit im Spiel zu verbringen. Wir werden sehen!

Sehr zu unserer Freude haben wir im Großraum Quito noch 2 Kinderklos (28 cm Sitzhöhe und Sitzflächendurchmesser), so wie es scheint, die letzten 2 im Lande, im Fabrik-Direkt-Abverkauf gefunden. In Esmeraldas gab es sie nicht (mehr), aber jetzt können sie noch eingebaut werden. Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir diese mit nach San Francisco nehmen können.

Wir danken Ihnen sehr für Ihr Interesse, dafür, dass Sie den Newsletter bis hierher gelesen haben und freuen uns darüber, wenn Sie uns weiterhin gewogen bleiben. Sie können ganz sicher sein, dass Ihre Spenden zu nahezu 100 % in die Hilfe fließen, fast alle Unkosten (z.B. Fahrten), die gesamte Arbeitszeit, die für die Organisation benötigt wird, weitere Kosten (ÜN, etc.) werden von der Kirchengemeinde oder privat getragen.

Liebesgruß der Kinder

Ein weiterer Besuch in San Francisco vom 24.-26.10.2016

Eine weite Wegstrecke von Quito, 7 1/2 Std. Fahrtzeit, je nach Verkehrslage. - Viele Begegnungen, viel Freude, ein herzliches Willkommen, aber doch auch tief sitzende Traurigkeit, Ungewissheit, wie es in der Zeltstadt weiter geht, wo und wann die einfachen Häuser gebaut werden. Aber: auch Aktivität, jede(r) tut etwas, macht aus dem Wenigen oder Nichts das Beste.

Im Schulzentrum haben wir die 2 Kindertoiletten abgegeben, 1 HockerGasKocher und weitere Utensilien, den monatlichen Projekttag des Gemeinsamen Tuns erlebt - auch in der Zeltstadt haben wir einen langen Besuch gemacht - erzählt, gegenseitig Fragen beantwort, und den sehnsüchtigen Blick aufs Meer nach den Lichtern der Fischerboote miteinander ausgehalten.

Newsletter 09 - Bau der Toilettenanlage im Schulzentrum in San Francisco

Sehr verehrte Damen und Herren,

liebe Freundinnen und Freunde der Erdbebenhilfe 2016 in Ecuador!

Wir freuen uns sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass der Bau der Toilettenanlage am 12.09.2016 begonnen werden konnte.

„Wir sind sehr zufrieden“, so Jorge Santos, Rektor des Schulzentrums in San Francisco del Cabo am 15.09.2016. „Alles sehr professionell und vertrauenswürdig“, meinen Heike Brieschke und ihr Mann Pedro, die den begonnenen Bau fachmännisch begutachtet und mit dem Architekten und dem Schulleiter den Bauplan und -fortschritt gründlich erörtert haben, mit fachmännischem Blick.

Gebaut wird seit 12.09.2016 eine Toilettenanlage in Längsform. Auf der Rückseite befindet sich eine Pinkelrinne, dazu kommen noch 2 Duschen, die dringend benötigt werden, da für die Höheren Klassen auch landwirtschaftliche Aktivitäten (u.a. Arbeit mit den Haustieren) im Lehrplan stehen und sie dabei zeitweise recht schmutzig werden. Selbstverständlich wurde der Rektor der Schule gründlich in die Planungen miteinbezogen, sodass diese absolut den Bedürfnissen der Schule entsprechen und sowohl von der Schulleitung als auch den Lehrern mitgetragen werden. „Wir haben auch die Vorder- und Seitenansicht der Pläne vom Architekten erläutert bekommen“, so Heike Brieschke in ihrem Bericht. Permanent arbeiten 5 Bauarbeiter auf der Baustelle. Sie erhalten Unterbringung und Verköstigung von der Schule. Der Architekt kommt jeden Tag raus und beobachtet und bespricht den Baufortschritt. Nächste Woche Samstag (24.09.2016) - so die Planung - soll der Bau fertig sein. Entstehen werden 4 Toiletten mit kleiner Schüssel für die Kleinen und insgesamt 6 für die Großen (2 neue und 4 sanierte). Die noch existierenden 4 Toiletten werden saniert, eine tragende Wand wird zudem verstärkt und auch diese Anlage an die Wasserversorgung angeschlossen.

Die Schule benötigt noch ganz dringend einen Küchenbau mit einem Speisesaal für die Kinder, das haben wir alle, die wir vor Ort waren, ohne jeglichen Zweifel feststellen können. Wie Sie wissen, wurde schon eine Küchenzeile gespendet, sodass wir jetzt nur noch den Küchenbau benötigen!

"Vielleicht klappt es ja mit vereinten Kräften, diese Küche und den Speiseraum zu erstellen, denn er wird dringend benötigt", so meint Heike Brieschke schon fast flehentlich - diese Meinung kann ich nur absolut teilen. "Bis dato fungiert eine provisorische Küche in einer aufgelassenen Aula und davor - ebenso in einer offenen und nicht sehr vertrauenserweckenden Aula - bekommen die Kinder ihr Essen. Es ist die Primaria und somit etwa 400 warme Mahlzeiten am Tag. Es gibt keine Küche (die gespendete Küche wird dringend gebraucht!), 6 Mütter(mit denen wir gesprochen haben) bereiten abwechselnd das Essen zu und bringen ihre Küchenherde von zuhause jeden Tag mit und schleppen die später wieder nach Hause. Der einzige Kühlschrank ist zu wenig, deshalb verdirbt das Gemüse schnell. Die Frauen bringen auch immer ihre großen Töpfe mit (und nehmen sie nachher wieder mit nach Hause)“.

Wir haben große Achtung davor, mit welch großem Engagement, Ideenreichtum und mit wie viel gemeinschaftlicher Arbeit sich die Menschen behelfen, und zwar verlässlich und professionell!

Wir danken Ihnen sehr für Ihr Interesse und freuen uns sehr darüber, wenn Sie uns weiterhin unterstützen, wie Sie es auch über die Sommerzeit immer wieder getan haben!

 

Unser BLOG 2016

Der Aufbau. In der Schule in San Francisco

14.10.2016

Zurück aus Cabo San Francisco und Chamanga sind wir tief beeindruckt von den vielen guten Begegnungen, die von Dankbarkeit geprägt sind. In San Francisco ist die Toilettenanlage fast fertig gestellt, in Chamanga geht es dem verletzten Jungen sehr viel besser, er kann jetzt an Krücken gehen. Bericht und Fotos folgen (Stephanie und Otfried Hinger).

12.-13.10.2016

Fahrt nach San Francisco und Chamanga. Wir hoffen auf eine gute Reise und gute Begegnungen!

10.10.2016

Der Bau der neuen Toilettenanlage wurde fertig gestellt. Fotos folgen in Kürze. Jedoch muss die Installation der alten Toilettenanlage teilweise auch erneuert werden, sodass dann alles funktionieren wird.

16.09.2016

Der Bau der Toilettenanlage in San Francisco hat begonnen und ist in vollem Gange.

05.09.2016:

Nach gründlicher Planung und einem Beschluss zur Verwendung eines Teiles der Spendengelder kann jetzt mit dem Bau der Toilettenanlage in San Francisco begonnen werden. (Stephanie Hinger)

04.09.2016, 19.22 Uhr (MEZ 05.09.2016, 02.22 Uhr):

Erneut hat uns, nach dem gleich starken Beben am 8.8.16, in der Region Quito ein neues schweres Beben getroffen: 4.6 auf der Skala, aber mit geringer Tiefe. Wir dachten, wir sitzen direkt auf dem Beben. Es hat unsere Gebäude gewaltig durchgerüttelt. Wir sind unbeschadet geblieben und, Gott sei Dank, auch unsere Gebäude. Aber Schreck und Unsicherheit bleiben, die bange Ungewissheit, ob man schnell genug sein Gebäude verlassen kann. Es kam ganz urplötzlich, kaum ein Entrinnen wäre möglich gewesen, wenn in den ersten Sekunden das Gebäude eingestürzt wäre. (Otfried Hinger)

 

Der Aufbau. In Chamanga

26.-28.8.2016

Besuch in Chamanga. 6 1/2 Stunden Fahrt. Bericht und Fotos. Traurige Gesichter, Freude darüber, dass wir kommen, und Neugierde bei den Kindern. (Stephanie und Otfried Hinger)

 

Hier eines der Hauszelte die von den Spendengeldern gebaut wurden.

 

24.07.2016

Die konkreten Planungen für die Bauten in San Francisco laufen, sodass, trotz erschwerter Bedingungen durch die Nachbeben, die Straßen und Brücken teilweise erneut unpassierbar werden lassen, bald beginnen können. - Die Schüler gehen fleißig zur Schule, sodass sie mit ihrem Lernstoff auf dem Laufenden bleiben!

Unser Gemeindepräsident Alex Bieger war am 21.7.2016 mit einem Baufachmann vor Ort um noch einmal zu klären, in welchem Umfang und in welcher Art erdbebensicher und bedarfsgerecht gebaut werden soll.

Die Katastrophe

10.07.2016

Erneut treffen die Provinz Esmeraldas 2 starke Erdbeben der Stärke 5.9 und 6.2. "Die Erschütterungen", so schreibt 'juskis-erdbebennews.de', "waren in weiten Teilen des Landes spürbar". Erneut sind Häuser zusammen gebrochen, wie uns Bekannte mitteilten. (Stephanie Hinger)

19.06.2016

Morgen geht es los, Planung der Schulküche und der Toilettenanlage in Cabo San Francisco.

07.06.2016

Wir sind zurück aus Chamanga. Die Lage ist trostlos. Die Schulen sind Ruinen oder einbruchgefährdet - die Regierung hat an höher gelegenerer Stelle einen Platz planiert, geschottert, darauf stehen Container und Zelte für den Schulunterricht. Lange stehen wir bei den SchülerInnen, sie haben gerade Pause, erzählen uns, wollen wissen, woher wir herkommen. - Ein Teil der Wohngebäude ist verschwunden: zusammen gebrochen, der Schutt ist weggeräumt, übrig ist nur noch die Ebene, den Menschen ist nichts geblieben, außer ihrem Leben, ein anderer Teil der Wohngebäude schwer geschädigt. Auch hier hat die Regierung an höherer Stelle einen großen Platz planiert, Zelte aufgestellt, hier leben die Menschen jetzt. In der Wärme im Zelt, viele, sehr viele Menschen. - Ob das Dorf jemals wieder bewohnbar wird ist offen. Wir haben etliche Bewohner besucht, denen noch Zelte gebaut werden sollen, die schon in Zelten oder Bretterverschlägen wohnen. - Die Menschen haben vielfach kein Einkommen mehr, von was sollen sie die Arztbesuche bezahlen? Wie jemanden transportieren, der nicht gehen kann? Nur tragen hilft, oder vielleicht ein Rollstuhl, den wir organisieren möchten. Die Menschen leben von Spenden, von dem was man ihnen gibt. Auch die Iglesia Pentecostal hilft, aber auch sie lebt ja nur von Spenden. Und trotzdem: Frauen, Männer, Väter, Mütter, die Kinder freuen sich, wenn wir sie besuchen, dass wir wieder gekommen sind und hoffen, dass wir wieder kommen. Neben allem äußeren Schaden ist auch die seelische Verletzung eine Enorme! Ihre einzige Bitte ist, sie nicht zu vergessen! - Wir haben versprochen, wieder zu kommen. --- Das Beben am 6.6.2016, 11.45 Uhr haben wir zwischen den Ruinen, nicht ganz ungefährdet auf den Resten eines Betonsteges ins Meer hinaus erlebt. Gut, dass er nicht zusammen gebrochen ist, sonst wären wir im Schlamm und Schlick gelandet... (Otfried Hinger)

 

04.06.2016

Heike Brieschke und ihr Mann Pedro sind erneut unterwegs nach Cabo San Francisco, um Bau-, Kontruktions- und Kostenpläne für das Schulzentrum zu besprechen (Schulküche und Toilettenanlage). Wir hoffen, dass sie gut zurückkommen.

Das Auto für die Fahrt nach Chamanga am Sonntag ist geladen (Toiletten- und Hygieneartikel, Wasser, Mückenschutzmittel, Seife, Konserven). Morgen nach dem Gottesdienst soll es losgehen. Wir sind gespannt auf den Montag.

Besuch in Cabo San Francisco in der Schule am 01.06., empfangen vom Konrektor, der der technische Rektor der Schule ist, mit einem herzlichen Willkommen: gerade vor 1 Std. hat die Erde wieder gebebt. Sofort besichtigen wir das Schulgelände, die Gebäude, an denen die Wände herausgebrochen sind, gerade sind noch Schüler da, lachen, aber doch verhalten. - Und wir sehen das 1. Zeichen der Hoffnung: schon sind Bambuspfähle gesetzt um ein neues Schulgebäude zu bauen. Das wird Geld kosten. An der Küste hat gerade vor kurzem das Schuljahr begonnen. Die Grundschule existiert nicht mehr, sowieso ist das Meer inzwischen so weit herangekommen, nimmt sich sein Land, dass sie hätte weichen müssen.

 

Die Katastrophe. Chamanga

Besuch in Chamanga am 02.06.: Verheerend, deprimierend, schlimmer als man es sich vorstellen konnte, provisorische Zelte, traurige Gesichter. Man ist ratlos. Wird von den Menschen freundlich empfangen, schaut sich erste Häuser an, die von initiativen Menschen gebaut werden, die aber finanziert werden müssen, weil die Menschen nichts mehr haben, nur noch ein bisschen Hausrat. Auch hier entstand eine große Zeltstadt mit kleinen Zelten..., ein Provisorium - für wie lange?

Beides abgelegene Gebiete, so schnell kann man da nicht hinkommen...

31.05.2016

Heute wollen wir aufbrechen zur Küste, um zu sehen, auf welche Weise am besten Hilfe geleistet werden kann.

19.05.2016: Fundación Mingai.

In ihrem neuesten 'Newsletter' berichtet die Fundación Mingai darüber, dass sie sich in der Phase der Vorbereitung ihrer 3. Brigade befinden, um medizinische Hilfe zu den Geschwistern an der Küste zu bringen. Sie werden bei dieser Gelegenheit eine Gemeinde der 'Chachi' besuchen, die sehr abgelegen und wegen der Straßenverhältnisse schwierig zu erreichen ist, aber aufgrund komplexer Schwierigkeiten viel Hilfe benötigt. Aufgezählt wird eine Liste an Medikamenten, die dringend benötigt werden ( www.facebook.com/Fundación-Mingai-177462855630126/ ).

18.05.2016: Erneut 2 heftige Erdstöße der Stärke 6.8

"Präsident Correa ordnet ein sofortiges Ende des Schulunterrichts im ganzen Land an. In den Provienzen Manabí und Esmeraldas wird der Unterricht laut Correa bis Montag ausgesetzt, um Risiken bei Nachbeben zu vermeiden".

"Die Menschen sind alarmiert". "An diesem Ort sind die Menschen wie gelähmt". "Ich lade Euch ein, ein langsames, bewusstes Vater-Unser mit uns zu beten". So oder ähnlich, auch besorgt um Angehörige in der betroffenen Region, lauten die Kommentare in Facebook zu den Meldungen des geophysischen Institutes ( www.igepn.edu.ec ).

16.05.2016:

Tabuga. Bericht von Sinamune.

In Las Cañas hat sich die Energie der Bewohner durchgesetzt! Es ist ein Ort, der sehr gut organisiert und solidarisch ist.

Sie haben einfach den Kompost gewartet, eine Trockentoilette gebaut und in Betrieb genommen.

Und: sie haben miteinander Muttertag gefeiert. Diese Momente teilen wir miteinander, sie stärken uns in der Verpflichtung, weiter zusammen zu arbeiten.

Es ist eine Gegend mit großer innerer Energie und dem entschiedenen Wunsch und Bestreben, zu ihren normalen Aktivitäten des Alltags zurückzukehren.

Barrio Los Puentes , einer der am wenigsten beachteten Orte, die wenig Hilfe erhalten haben, und trotzdem: ihre Bereitschaft zusammen zu arbeiten, war sehr gut.

Auch hier halfen wir beim Wiederaufbau einer Toilette, stellten temporäre Zelte auf und bezogen sie mit Hilfe von gespendeten Planen. Jetzt haben sie es ein wenig bequemer, bis die notwendige Hilfe eintrifft.

12.05.2016: Chamanga und Umgebung. Ein Bericht von Alex Bieger.

Kurzbeschreibung

Das Erdbeben, welches eine Stärke von 7,8 auf der nach oben offenen Richterskala hatte, hat viel Zerstörung angerichtet. Auch Gebäude und Konstruktionen in Guayaquil und Quito waren betroffen, die Hauptzerstörung passierte jedoch in den Provinzen Manabi und Esmeraldas. Das Epizentrum war nahe von Pedernales in Manabi. Das Hauptaugenmerk richtet sich daher auf die grösseren Städte in Manabi: Portoviejo und Manta, sowie auf die Touristenorte Pedernales, Canoa, Jama und Bahia de Cadaquez. In der Provinz Esmeraldas sind die Orte Muisne, San Jose de Chamanga und Cabo San Fransisco betroffen.Ein Haus stellvertretend für viele im Zentrum von San Jose de Chamanga. Die Leute versuchen hier von einem Tante Emma Laden, wie es viele gibt, zu retten was noch zu gebrauchen ist. Andere warten auf der Müllkippe, wo der Schutt hingefahren wird, um etwas Brauchbares zu finden.

Chamanga hat ungefähr 2000 bis 2500 Einwohner und die leben meist von den Shrimps; also Garnelen-Produktion, was ein wichtiges Exportprodukt ist. Ein anderer Teil lebt vom Fischfang und von Landwirtschaft. Die Hälfte der Garnelenproduktion in Pedernales und Chamanga wurde laut Bericht zerstört.

Auch wenn die einfachen Häuser aus Holz und Bambus nicht so stabil aussehen wie die Zementhäuser, haben sie doch dem Beben besser standgehalten. Nichtsdestotrotz sind diese Holzkonstruktionen auch betroffen. Insgesamt sind in Chamanga 450 Häuser zerstört. Trotz allem hatte Chamanga Glück. Es wurden keine Toten oder Vermissten gemeldet.

Warum helfen wir den Menschen in dieser Region? Es waren bereits einige NGOs wie z.B. das Hospital Vozandes dort, um Erste Hilfe zu leisten. Oft wird kritisiert, die Menschen bauen schlecht. Aber die Menschen bauen hier nicht schlecht, weil sie schlecht bauen wollen, sondern weil das Geld nicht für mehr reicht oder die Kenntnis der Handwerker nicht ausreichend gut ist. Planungsgenehmigungen durch die Stadtverwaltung gibt es nur in größeren Städten, Statiken nur bei Hochhäusern und Überprüfungen durch die Bauämter eigentlich kaum. Und: sogar die neu gebauten Schulen der Regierung sind zusammengefallen. So stark war das Beben! Die Bevölkerung war sich dessen bewusst, dass ihnen von ausländischen NGOs und von Privatleuten geholfen wurde und wird. Wir stellten dann fest, dass eine Kleinstadt, die kaum 15 - 20km von Muisne wegliegt, großer Hilfe bedarf. Sicherlich, 500 Häuser, eine solche Kommune ist nicht groß, doch leben auch dort Menschen, die auf unsere Hilfe angewiesen sind, die kein sauberes Wasser haben, die keine Nahrungsmittel von außen bekommen können, deren Häuser zusammengefallen sind, und die aus Angst vor Nachbeben und Tsunamis unter Plastikplanen auf den nächsten Hügeln schlafen. So organisierten wir bereits als erste Maßnahme spontan mit einigen Freunden Hilfe. Darauf beziehen sich die Bilder im Bericht Alex, die ich vor einiger Zeit geschickt habe. Wir organisierten eine Suppenküche. So, wie wir dies mit unseren Mitteln eben konnten. Die Leute in diesem Fischerort sind sehr dankbar über unsere Hilfe. Sie verstehen diese auch als eine große Chance. Denn als kleine evangelische Gemeinde können wir natürlich kein Mega-Projekt stemmen. Aber wir können die Menschen beraten, wir können ihnen helfen, ihre Häuser wieder aufzubauen. Hilfe zur Selbsthilfe. Mit Kriterien, die Konstruktionen erdbebensicherer zu machen. Mit Materialien, die dort vorhanden sind, aber trotzdem Aufklärung darüber leisten, dass z.B. kein Meeressand benutzt werden darf. Wir können ökologisch unterstützen, damit der Mangrovenwald erhalten bleibt, der z.T. ihre Lebensgrundlage ist. Dort werden Garnelen und Krebse gefangen. Wir können den Bürgermeister und die Verwaltung unterstützen, um einen Wiederaufbauplan, eine richtige “Stadtplanung” zu machen. Hier gibt es normalerweise keine Bebauungspläne. Jeder baut so wie er denkt. Wir können mit der Fischereiorganisation arbeiten. Wir wollen unterstützen, dass die örtliche Schule wieder schnell in Betrieb genommen werden kann. Und vieles mehr, so es die finanziellen Mittel dafür gibt.Es gibt viel zu tun. Und als evangelische Gemeinde sind wir Gemeindemitglieder die Garanten, dass jede Spende die Menschen auch erreicht und mit diesem Geld etwas Vernünftiges gemacht wird. Wir werden es keinem Regierungsvertreter in die Hand geben. Unser Interesse ist es, den Menschen in Cabo San Francisco langfristig zu helfen. Es gibt bestimmt viele Ideen und Dinge, an die man denken kann. Solarküchen, wie sie für Afrika produziert werden z.B. helfen, weniger Gas zu verbrauchen. Doch dies sind alles Sachen, die man im Laufe der Zeit erreicht.

 

Ein Ehepaar - und mit ihm viele Menschen - engagieren sich!

08.05.2016:

Hilfe für die Erdbebenopfer

Altdorf. Ehepaar sammelt für Erdbebenopfer.

"Magdalena und Dietmar S. haben am vergangenen Samstag einen Stand am Oberen Markt in Altdorf aufgebaut, an dem sie über die Erdbebenkatastrophe in Ecuador informierten. Dietmar hat 16 Jahre in Ecuador gelebt, seine Frau stammt aus dem südamerikanischen Land", so schreibt der Bote vom 05.05.2016. "Mit zwei großen Plakaten, einigen Mappen mit Fotografien, die von den Helfern in den betroffenen Dörfern aufgenommen wurden, und Handzetteln machte das Ehepaar die Passanten auf die Situation der Erdbebenopfer aufmerksam. Viele Altdorfer hatten die Ankündigung im Boten gelesen und wollten weitere Einzelheiten erfahren. Der Hinweis, dass eingehende Hilfsgelder ... an die deutsche evangelische Kirche in Quito weitergeleitet werden, um dort direkt den Betroffenen zugute kommen zu lassen, regte eine ganze Reihe von Besuchern an, gleich am Stand eine Spende in die bereitgestellte Kasse zu legen. ... Die Hilfsgelder werden vor allem für die Bevölkerung eines Dorfes an der Küste, San José de Chamanga bestimmt."

"Der Bürgermeister unserer Stadt (links im Bild) besuchte uns an unserem Stand 'Erdbebenhilfe 2016 Ecuador' in Altdorf", so schreiben Dietmar und Magdalena (neben dem Bürgermeister im Bild).

"Er wünschte viel Erfolg und erließ uns die sonst übliche Gebühr für die Nutzung des Stands", so Dietmar und Magdalena (Ambato) weiter.

"Das Ergebnis war erfreulich. Wir konnten heute 670 Euro Spenden an die evangelische Kirchengemeinde in Altdorf übergeben, die diese Gelder und auch noch weiter eingehende Spenden an die Gemeinde in Quito weiterleiten wird. Zusätzlich hat der CVJM durch seinen Weltladen "Die Kokosnuss" 500 Euro bereitgestellt, wo meine Frau ehrenamtlich arbeitet, und auch der katholische Weltladen wird sich mit 300 Euro beteiligen. Wir gehen davon aus, dass außerdem noch eine Reihe weiterer Spenden direkt auf das Konto "Erdbebenhilfe Ecuador" der evangelischen Gemeinde in Altdorf überwiesen werden.Wir sprechen zur Zeit in den örtlichen Firmen vor, um auch dort um Spenden nachzusuchen. Die Handzettel legen wir zudem in einigen gut besuchten Läden aus. Am Ort ansässige Vereine wie die Sektion des Alpenvereins und andere haben uns ihre Unterstützung zugesagt. Die Pfarrerin der evangelischen Gemeinde wird auch eine Sonntags-Kollekte für die Erdbebenopfer einsammeln lassen."

06.05.2016. Heike Brieschke schreibt:

Erinnerungen an San Francisco del Cabo.

Dezember 2005, nachmittags am Strand. Mein Mann Pedro und ich schauen einer Gruppe von Jugendlichen zu, die das Thema „Umweltgerechte Abfallentsorgung“ behandeln. 14 Schüler von 4 Höheren Schulen des Kreises Muisne setzen sich mit konstruktiven Vorschlägen zu diesem Problem auseinander. Ein paar Meter weiter befindet sich eine weitere Gruppe. Diese erarbeitet das Thema „Wiederaufforstungen und Medizinalpflanzen“, eine andere wiederum bereitet ein Theaterstück über „Illegale Abholzungen und ihre Konsequenzen“ vor, das an diesem Abend präsentiert werden soll. Wenn ich an San Francisco del Cabo denke, dann kommt mir diese Erinnerung in den Sinn: Jugendliche und Lehrer, die engagiert unter logistisch einfachsten Bedingungen drei Tage lang konzentriert arbeiten, dabei aber ihre typische fröhliche Lebensart nicht vergessen.

Im Rahmen eines Abkommens zwischen der Europäischen Union und dem ekuadorianischem Gesundheitsministerium arbeiteten Pedro und ich drei Jahre lang im Bereich der praktischen Umwelterziehung mit 44 Höheren Schulen in der Provinz Esmeraldas.

Diese Provinz war und ist nach wie vor das Armenhaus von Ecuador. Dort lebt die afroekuadorianische Minderheit, die viele Landsleute nur als Fuβballspieler schätzen (die ekuadorianische Fuβballnationalmannschaft besteht fast nur aus schwarzen Esmeraldeños). Während unserer Tätigkeit haben wir viele Landstriche im Inneren und an der Küste von Esmeraldas kennengelernt: im Auto, hoch zu Ross oder Muli, im öffentlichen Bus, im Boot, zu Fuβ. Unsere Fahrt zu einem der drei groβen Abschlussworkshops (mit 120 Schülern und Lehrern, nur von uns betreut) ist mir besonders in Erinnerung geblieben, nämlich nach San Francisco del Cabo. Damals war dieses kleine Fischerdorf von etwa 400 Seelen nur über eine nicht asphaltierte und vielfach nicht abgesichterte Küstenstraβe mit dem Auto zu erreichen – oder zu Fuβ 2 Stunden entlang den Strand von Nuevo Muisne aus gehend. Im Dezember 2005 hatte es so geregnet, dass unser Toyotakleinbus keinerlei Bodenhaftung auf dem schmierigen Untergrund hatte und wir deshalb vom öffentlichen Bus 14 Leute gebeten hatten, mit uns zu fahren, um mehr Gewicht (und Sicherheit) auf den Reifen und somit Bodenhaftung zu erlangen. Mit Ach und Krach erreichten wir damals das Dorf. Unsere Kontaktperson, Lehrer Jorge Santos, empfing uns und wies uns in sein einfaches, auf Stelzen gebautes Haus. Dort übernachteten wir und am nächsten Tag fand der 3tägige groβe Umweltworkshop statt.

San Francisco del Cabo: das sind auf Stelzen und aus Bambus gebaute Hütten, einfache Häuser aus Blockstein, kleine motorisierte Fischerboote, ein malerisch auf einem Hügel gelegener Friedhof. Und das sind die Menschen: fleiβige Fischer, hervorragende Köchinnen, wild durcheinander wuselnde Kinder, Jugendliche, die von einem vermeintlich besserem Leben irgendwo anders träumen. Lehrer wir Jorge Santos, die ihren Lebenssinn hier gefunden haben. Und für eine zeitlang: Pedro und Heike mit ihrem Engagement für bessere Lebensbedingungen für die Menschen in diesem Dorf und für die Natur.

Am 19. Mai 2016 werden wir San Francisco del Cabo wiedersehen. Das letzte Mal waren wir 2006 dort. Unser Freund Wagner Olarte, der damals mithalf, die workshops zu organiseren, wird uns begleiten wie auch unsere Pfarrerin Stephanie Hinger und unser Kirchenvorstandsmitglied Alexander Bieger. Wagner erzählte uns am Telefon, dass die ersten Nöte gelindert seien, dass Jorge nach wie vor dort lebt, dass nun langfristige Projekte anstehen sollten, insbesondere, was die sicherere Konstruktion von neuen Hausern angeht. Über 60% der Behausungen seien in dem Dorf durch das Erdbeben zerstört worden. Da müssen wir ansetzen und da werden die Spenden aus Deutschland eine wertvolle Hilfe sein.

Ich freue mich auf das Wiedersehen mit diesem Dorf. Umso mehr, als wir wieder bei einem Projekt zur Selbsthilfe tätig werden können. Dank Ihrer Spende!

Heike Brieschke, Kirchenvorstandsmitglied

05.05.2016:

"Wir haben mit unserer Mutter-Kind-Gruppe viele Spenden organisiert und unsere Leiterin hat sie persönlich ins Krisengebiet gebracht und ein Krankenhaus helfen aufbauen" (eine deutsche Mutter in Ecuad

28.04.2016:

Scheckübergabe der Evangelischen Kirche Quito an MINGAI.

27.04.2016:

Per Mail, stellvertretend für andere Zuschriften, schreibt Familie A.:

"Meine Frau und ich haben in unserer Stadt für den kommenden Samstag einen Infostand auf dem Marktplatz genehmigt bekommen, wo wir mit Plakaten und Handzetteln auf die Situation in Ecuador nach dem Erdbeben aufmerksam machen werden. Die evangelische Gemeinde unserer Stadt unterstuetzt uns und hat sich bereit erklaert, Spenden auf ihrem Konto zu sammeln und auf das Konto der EKD mit der Bestimmung für die evangelische Gemeinde in Quito weiterzuleiten.

Wir haben eine Mitteilung auf der ersten Seite des Lokalteils unserer Zeitung platziert bekommen, die auf unsere Aktion aufmerksam macht. Hilfe für die Erdbebenopfer. Altdorfer sammeln Spendengelder für Menschen in Ecuador.

Erschienen in Der Bote vom 27.04.2015 ALTDORF – Am Samstag wird von 8 bis 12 Uhr an einem Informationsstand vor der Sparkasse am Oberen Markt über die Erdbebenkatastrophe in Ecuador informiert.

Bekanntlich wurde Ecuador von einem schweren Erdbeben heimgesucht, bei dem viele Städte und Dörfer in der Küstenregion teils vollständig zerstört wurden. Bisher sind 654 Tote zu beklagen, 16.601 Verletzte und 58 Personen werden noch vermisst. Durch eine direkte Verbindung zweier Altdorfer Bürger mit der evangelischen Kirche in Quito, Ecuador, sind Berichte aus erster Hand verfügbar. Zur Linderung der Not der meist aus ärmeren Kreisen stammenden Erdbebenopfer werden Spenden erbeten, die über ein Konto der evangelischen Gemeinde in Altdorf an die Schwesterkirche in Quito weitergeleitet werden. Die Aktion wird ebenfalls vom Weltladen des CVJM „Die Kokosnuss“ unterstützt. Die Spenden werden direkt weitergeleitet an die evangelische Kirche in Quito.

Ihren Newsletter zum Geschehen in Ecuador leiten wir an unsere Familie und Bekannte weiter.

Wir wuenschen Ihnen, den Mitgliedern der Kirche und den Helfern viel Kraft und Gottes

Segen bei ihrer Hilfstätigkeit."

24.04.2016:

"Kaum jemand auf der Straße, unterwegs zum Flughafen an diesem Sonntagmorgen, zwischen 7.30 Uhr und 8.15 Uhr: es ist doch schönes Wetter! Auf dem Flughafen: wenig Leute, nahezu vollkommene Stille, am 8. Tag nach dem Erdbeben. Abflugtafel: Flüge nach Manta 'cancelled'. Beim Stehen am Gate, spürbares Vibrieren des Fußbodens, kurz vor dem Abflug. Im Flugzeug: bedrückte Stimmung, starre Gesichter, kaum ein Wort wird gesprochen, heute keine Unterhaltungsfilme. - Gottesdienst in Guayaquil: viele sind gekommen, Jung und Alt, gut, es ist gut, beieinander zu sein. - Nachts: Aufwachen vom Vibrieren des Bettes, 03.45 Uhr. Seismograph lesen: tatsächlich, wieder mal heftiger. - Rückflug am Montag, beklommen, keine/r redet auch nur ein Wort. - Zuhause, Internet: es gibt günstige Flüge..., was soll man dazu sagen?" (SH)

22.04.2016:

"Erdbebenschäden zu sehen - und die traurigen, schockierten Menschen dazu, tut einfach weh - einfach beschädigt, kaputt. Machtlos." (SH).

21.04.2016:

"Wir wünschen Ihnen Kraft und Mut, gutes Gelingen", "Wir haben Vertrauen in Euer Handeln", "Wir werden das Thema in unsere Dienstbesprechung einbringen" -

"Erneutes schweres Erdbeben an der Küste am Mittwoch, 20.04.2016"...

Diese ermutigenden Worte erreichen uns auf unterschiedlichsten Wegen der Kommunikation - aber auch die beunruhigenden Schlagzeilen der Medien, der verschiedensten Messinstitute, Forschungszentren, Erdbebenwarten, die eine bestimmte Angespanntheit hinterlassen und die Notwendigkeit aktuellen und längerfristigen Handelns anzeigen (SH).

20.04.2016:

"Wir haben den Spendenaufruf im Verwandten- und Bekanntenkreis verteilt",

"Wir möchten in unserem Bekanntenkreis für die Erdbebenopfer sammeln",

"Wir haben Vertrauen, dass die Spenden an die Bedürftigen weitergeleitet werden, deswegen möchten wir das gern über die Kirche tun, die wir früher besucht haben",

"Gerne möchten wir den Newsletter auch an Betriebsangehörige weiterleiten".

So oder ähnlich lauten Mails, die uns täglich erreichen.

Erstaunlich, wie viele Menschen persönliche Beziehungen zu Ecuador hatten oder haben, uns vertrauen und uns Mut machen (SH).

18.04.2016, 15.36 h:

Unsere 1. Spenderin schreibt:

Liebe Frau Hinger,

mit Entsetzen habe ich heute Morgen vom Erdbeben im Radio gehört, das Wochenende hatte ich ausnahmsweise ohne Nachrichten zu sehen verbracht.

Einen kleinen Beitrag habe ich eben an das dt. Konto überwiesen. Sie werden wissen, wie es richtig einzusetzen ist, um den Menschen an der Küste zu helfen.

Meine persönliche Beziehung zu Ecuador ist nun fast 30 Jahre her als ich 1990 als Studentin ein knappes Jahr in Quito lebte. Eine Zeit, die mich nachhaltig geprägt hat, auch wenn ich heute keine direkte Verbindung mehr nach Quito habe.

Damals gab es auf der Mülldeponie noch eine kleine Baracke, in der die Kinder der Müllsammlerinnen tagsüber betreut wurden, nachdem ein Erdrutsch Kinder verschüttet hatte (wenn ich die Vorgeschichte richtig in Erinnerung habe). Ein orangefarbener Wagen aus deutschen Stadtreinigungsbeständen brachte Trinkwasser für die Tonnen, aus denen das Wasser kam, mit dem wir versuchten den Kindern das Zähneputzen nahe zu bringen. Einige Jahre danach soll ein schöner Kindergarten gebaut worden sein. Ich war nur 2-3 Monate dort, nach meinem Semester an der Catolica, der damalige ev. Pfarrer hatte mich vermittelt. Insofern nur eine kleine Randnotiz, für mich allerdings wesentlich mehr.

Viele Grüße an Sie und das wunderbare Land. Frau H.

24.07.2016

Unser Gemeindepräsident Alex Bieger war am 21.7.2016 mit einem Baufachmann vor Ort um noch einmal zu klären, in welchem Umfang und in welcher Art erdbebensicher und bedarfsgerecht gebaut werden soll.

Da aufgrund der Beeinträchtigungen der Erdbeben die Schülerinnen und Schüler auch Unterrichtsausfall hatten, müssen sie vorrangig intensiv lernen, sodass die notwendigen Baumaßnahmen wohl eher vorwiegend durch eine Baufirma erfolgen werden. In welcher Form dies geschehen kann, wird in den nächsten Tagen abgeklärt werden.

Michael Kranen, ein weiterer Kirchenvorstand wird die aktualisierten Baupläne für die Toilettenanlage und die Küche und den noch folgenden Kostenvoranschlag auch nochmals gründlich mit überprüfen, sodass wir zu einer guten Entscheidung mit Verantwortlichen vor Ort kommen werden. - Es ist wohl zwingend notwendig, den Bau der Toilettenanlage baldmöglichst in Angriff zu nehmen. - Auch Heike Brieschke und ihr Mann Pedro sind weiterhin mit an den Planungen beteiligt.

06.06.2016: Besuch in Chamanga.

Die Begegnungen mit den Menschen, ob unterwegs, Begegnungen von Sekunden oder Minuten, wenn wir, Lena-Sophie Tilk, Stephanie und Otfried Hinger, kurz anhielten, aber insbesondere in Chamanga, haben uns sehr berührt und sich tief in unsere Seele eingeprägt.

Ein Hausen in provisorischen Zelten, in Bretterverschlägen, in Zeltgruppen, denen eine Dixi-Toilette zur Verfügung steht, aber doch auch eine Gemeinschaftsküche. - Starre, Trauer, Fassungslosigkeit, aber auch das Erzählen darüber, das Begehen des weitestgehend unbewohnbaren Dorfes, bei dem uns das erneute Beben der Stärke 4.4 ereilte, und das immer noch fassungslose Stehen auf den Ruinen der nicht mehr vorhanden Häuser, der Verlust von allem, was man jemals besaß. - Im Gegensatz zu Deutschland, wo es Versicherungen gibt, haben viele Leute jetzt einfach nichts mehr. Die Einnahmen sind durch den ausbleibenden Fischfang weggefallen, Ersparnisse gibt es kaum. Der Pastor der Iglesia Pentecostal macht Besuche, die kaum mehr vorhandene Kirche bietet Raum für Begegnung und Gottesdienst. Aber auch er hat nichts mehr.

Die Schulgebäude stehen leer, sind teilweise eingestürzt oder vom Einsturz bedroht. Alle Schulen wurden zentral in Zelten und Containern auf einem eingeebneten und geschotterten Platz errichtet, ebenso wurde eine Zeltstadt für die Bewohner in dieser Weise gebaut. So können die Hälfte der SchülerInnen vormittags, die andere Hälfte am Nachmittag zur Schule gehen. Fast scheint das Schulleben, Kinder eben, seinen normalen Gang zu gehen, und doch sind auch bei ihnen die Trauer, die langsameren Bewegungen, wahrzunehmen. Zum Tag des Kindes am 1. Juni haben alle auch Schulranzen, Stifte und Hefte erhalten. Spielzeug haben wir keines gesehen.

Intensiv besucht haben wir die 2 Familien, denen von den Spendengeldern einfache Bambushäuser erstellt werden sollen.

Lesen Sie zu unserer Reise bitte alles in Lena's Bericht.

Wir danken Ihnen sehr für Interesse und Ihre Anteilnahme. In Ihrem Auftrag reichen wir den betroffenen Menschen die Hand und hoffen, dass Sie dadurch ein klein wenig Hilfe, Hoffnung und eine Perspektive erfahren. Wir erwähnen immer, dass es Menschen in Deutschland gibt, die sie nicht vergessen! Das ist meist auch die größte Bitte, nicht vergessen zu werden.Freundliche Grüße aus Quito

PS: Heike Brieschke und ihr Mann Pedro waren am Samstag, 4.6.2016, in San Francisco um den Bau der Schulküche und der Toilettenanlage konkret zu planen. Diese sollen in Gemeinschaftsarbeit erstellt werden, unter Anleitung Pedros und des Schulvizedirektors.

18.05.2016:

Aufgrund zweier erneuter, starker Erdbeben der Stärke 6.8 am heutigen Tag und der damit verbundenen Schäden, auch auf den Straßen, wurde die Reise an die Küste zum jetzigen Zeitpunkt abgesagt. Lesen Sie dazu mehr in unserem aktuellen Newsletter.

12.05.2016:

Wir, das sind drei Personen unseres Kirchenvorstandes, werden am 19. Mai in das kleine Dorf San Francisco del Cabo fahren und Kontakt zu den Menschen aufnehmen. San Francisco ist ein sehr armes Dorf abseits vom Touristenstrom, das keine Aufmerksamkeit gewinnt.

Dr. Heike Brieschke hat vor 10 Jahren in dieser Region bereits längere Zeit mit ihrem Mann gearbeitet (s. ihren Bericht im Blog) und hat noch Kontakte dorthin. Bevor wir aufbrechen, werden wir uns noch genau erkundigen, was am dringendsten jetzt benötigt wird und dies im Gemeindeauto mitnehmen.

Unser Ziel ist es, vor Ort zu schauen, wie wir als Gemeinde mit unseren Spendengeldern den Menschen beim Wiederaufbau helfen können.

28.04.2016:

Felipe und Angelika, die beiden Hauptverantwortlichen bei Mingai, kamen gestern Abend, am 27.04.2016, zur Kirche, um ihren Scheck in Höhe von 1000 $ abzuholen. Sie haben sich sehr gefreut über diese Spende und sich herzlich bei uns bedankt. Und wir geben den Dank an alle Spenderinnen und Spender weiter (SH).

Direktor Felipe Jácome, legaler Vertreter der Stiftung (Fundación Mingai) schreibt an die Spender/innen:

Im Namen von MINGAI möchte ich meine Dankbarkeit für lhre wertvolle Unterstützung ausdrücken!

Ihre Spende wird für die Entwicklung und Durchführung von Projekten eingesetzt, die den vom schweren Erdbeben am 16. April 2016 betroffenen Menschen zu Gute kommt.

- Medizinische und odontologische Soforthilfe durch medizinische Brigaden im Krisengebiet, vor allem in abgelegenen Regionen. Später Betreuung der Langzeitprobleme chronischer Krankheiten aufgrund schlechter Ernährung und fehlender Medikamente (Diabetes, Bluthochdruck)

- Ausbildung von ausgewählten Gemeindemitgliedern in Präventivmedizin und Erster Hilfe, welche als sogenannte “Promotores de Salud”, erste Ansprechspartner bei Problemen zuständig sind

- Verbesserung der Hygiene und Bau von alternativen Sanitären-Anlagen (z.B. Komposttoilette)

Nochmals ganz herzlichen Dank für lhre Spende!

26.04.2016:

Verwendungszweck Ihrer Spenden

Der Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde, Quito, beschäftigt sich bereits jetzt mit der Frage, wie den vom Erdbeben betroffenen Menschen längerfristig und nachhaltig geholfen werden kann. Diesen basis- und selbsthilfeorientierten Ansatz teilen wir zum einen mit MINGAI und möchten zum andern auch als Gemeinde selbst versuchen, ein Projekt zu unterstützen. - Näheres dazu werden wir dann erneut veröffentlichen.

18.04.2016:

Die Organisation Mingai, zu der Astrid Schneider persönliche Beziehungen hat und uns dadurch aktuelle Informationen zur Verfügung stehen, hat vor, langfristig zu helfen mit medizinscher Versorgung vor allen in den Dörfern. Im Moment sind sie mit einem Team von 15 Ärzten unterwegs nach Manta.

Nach Ihrer netten Antwort habe ich auf dem Dachboden in meiner „Quito-Kiste“ gekramt und eine kleine Bastelarbeit gefunden, die ich damals zum Abschied bekam „Recuerdo de tus ninos de la Guarderia de Zambiza“. - Wissen Sie ob es später wirklich einen „richtigen“ Kindergarten außerhalb der Müllhalde gab?

Ich habe vom Refugio de los Sueños gelesen. Es hört sich nach einem tollen Projekt an und ist eine schöne Möglichkeit zukünftig regelmäßiger etwas beizutragen. Viele Grüße Frau H.

Dieses Mail wurde mit Genehmigung von Frau H. veröffentlicht. Vielleicht weiß sogar jemand Antworten auf die Fragen der Autorin (SH).

 

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