Brief zur Jahreslosung 2018

Liebe Gemeindeglieder!

Seien Sie ganz, ganz herzlich gegrüßt zum Neuen Jahr! Ich wünsche Ihnen/Euch Gottes reichen Segen für alle Tage dieses Jahres 2018! Jede/r von uns hat ja auch seine/ihre ganz individuellen Wünsche. Mögen diese alle sich so gestalten, dass - auch dann, wenn wir Umwege gehen müssen, an Felsbrocken stoßen oder auch einfach überhaupt nicht vorankommen - wir trotzdem das Gefühl haben, in unserem Leben ein Stück weiter gekommen zu sein. Dass das Leben nicht einfach nur aus Glück und Zufriedenheit besteht, sondern auch Enttäuschungen und frustrierte Gefühle dazu gehören, wissen wir. Aber gerade am Anfang eines Jahres wünschen wir uns natürlich möglichst wenig negative Erfahrungen.

 

Die Jahreslosung des Jahres 2018 nimmt auf diese unterschiedlichen Gefühls- und Erfahrungslagen Bezug. Sie lautet: „Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.“ (Offenbarung 21,6)

 

Das Buch der Offenbarung wurde ja nicht einfach nur so dahingeschrieben. Sozusagen aus der Sicherheit angenehmer Lebensverhältnisse heraus. Vielmehr hat sich der Verfasser in einem der Lager befunden, die von der römischen Justiz eingerichtet wurden, um besonders renitente Christen und Christinnen aus dem öffentlichen  Leben zu verbannen. Das einzige, was man ihnen vorwerfen konnte, war, dass sie Gott in Jesus Christus anbeteten - und nicht den Kaiser in Rom. 

 

Insofern ist das Buch der Offenbarung ursprünglich auch keine Vorschau auf die Zukunft. Die kannte man vor 2000 Jahren genauso wenig wie heute, wenn wir z.B. wie jetzt ein neues Jahr beginnen. Wichtig war für den Verfasser der ‚Offenbarung’ wie für seine Empfänger dieses: Worauf gründe ich eigentlich mein Leben? Oder um es anders zu sagen: Was gibt mir eigentlich Grund zu gehen? Und zwar in zweierlei Hinsicht. Einmal im Sinne von Begründung und zum anderen im Sinne von Fundament. Das interessante ist, dass der Verfasser der Offenbarung beides in einem sieht. Jesus Christus, und zwar der auferstandene, ist für ihn Begründung des (neuen) Lebens als auch das Fundament, um z.B. die Verfolgungen durch das römische Reich auszuhalten.

 

Das drückt er aus in dem Bild des vom Durst geplagten Menschen. Damit meint er uns alle. Wir sind durstig nach den unterschiedlichsten Dingen: Liebe, Zuneigung, Anerkennung, Erfolg, Gesundheit, Sich-Wohlfühlen. Diese Liste ist natürlich unvollständig. Aber wie und wo stillen wir unseren Durst? Und da werden wir vor die Alternative gestellt. Entweder wir stürzen uns in den aus dem Alltag wohl bekannten Aktionismus, zu dem auch ständiger Konsum und die Illusion der ewigen Spaßgesellschaft gehören. Oder - und das schlägt das Buch der Offenbarung uns vor - wir vertrauen auf etwas ganz anderes: die Gegenwart des Auferstandenen, also auf Jesus, den Christus.

 

Damit wird das Leben nicht schlagartig anders - oder womöglich einfacher. Aber es passiert trotzdem etwas mit uns. Wir merken, dass die Konzentration auf die Quelle des Lebens - z.B. beim Meditieren, Beten, Singen, Musizieren, Lesen - uns eine Ruhe vermittelt, die wir vorher nicht gefunden haben. Das Wasser, um im Bild zu bleiben, das wir da trinken, sprudelt ohne Begrenzung und muss nicht mit Gütern oder Geld bezahlt werden. Wir bekommen es umsonst. Wir müssen wir uns nur darauf einlassen. Im Sinne der Bibel, die an anderer Stelle von dem Strom der Gerechtigkeit spricht. Und wer sehnte sich danach, dass endlich und überall Gerechtigkeit, gerechte Lebensverhältnisse für alle herrschten? Sich von dieser Quelle von lebendigem Wasser tragen und ernähren zu lassen, verändert uns, weil uns vieles von dem, was uns bisher so arg wichtig war und trotzdem einen kurzen Verfallswert hatte, in Relation zu dem, was wir nun erfahren können, unwichtig wird. Das wollte der Verfasser der Offenbarung für seine Leser auch erreichen. Dass sie Mut gewannen, sich nicht erschrecken ließen von der Übermacht des Staates - oder der Verhältnisse -, sondern mit Ruhe und Besinnung das eigene und das Leben um sie herum zu verändern.

 

Diesen Mut, diese Ruhe - und auch diese manchmal uns langsam vorkommende Besinnlichkeit -, die wünsche ich uns für das Neue Jahr. Und in diesem Sinne grüße ich Sie und Euch und wünsche uns gemeinsam, dass wir viele Erfahrungen sammeln, die uns zeigen, es lohnt sich, auf das Wasser aus der unversiegbaren Quelle der Gegenwart Jesu in unserem Leben zu vertrauen.

 

Ihr/Euer Pfarrer Dr. Dr. Detlef Schwartz.


Gottesdienste in Quito

Wir feiern von September - Juni sonntäglich Gottesdienste um 10.15 Uhr, zwei bis dreimal jährlich einen Culto Unido zusammen mit der englisch- und spanischsprachigen Gemeinde, oder auch Gottesdienste in besonderen Liturgieformen.

Alle Gottesdiensttermine, aber auch alle weiteren Veranstaltungstermine der Gemeinde, entnehmen Sie bitte der Rubrik Termine.

Kinder sind in unseren Gottesdiensten immer herzlich willkommen!

Im Anschluss an den Sonntagsgottesdienst laden wir zum Kirchkaffee im Patio ein. Wer mag, darf gerne etwas zum Verzehr mitbringen.

Gottesdienste in Guayaquil

Wir feiern 1 x im Monat (außer Regenzeit) sonntags um 10h30 Uhr Gottesdienst im Centro Cultural Ecuatoriano Alemán. Auch hier treffen wir uns zur Weihnachtsfeier und zu allen kirchlichen Amtshandlungen. Die Termine entnehmen Sie bitte der Rubrik Veranstaltungen.

Unsere Familien treffen sich am Samstag vor dem Gottesdienst von 16h30 bis 19h00 im Centro Alemán.